Geschichte der Hauptstadt Rabat

Rabat ist seit der Unabhängigkeit Marokkos von Frankreich im Jahre 1956 die Hauptstadt Marokkos. Die geschichtsträchtige Stadt hat heute über 600.000 Einwohner und liegt direkt am Atlantischen Ozean.

Landkarte von MarokkoDie Geschichte der Gegend geht über 100.000 Jahre zurück. Funde aus der Steinzeit belegen das. Die Stadt selber ist weit mehr als 1.000 Jahr alt. Die heute noch bestehenden Festungsanlagen zeugen von einer kriegerischen Vergangenheit seit der ersten Besiedelung durch Phönizier, den Römern und später von Berberstämmen, die hier die erste Befestigungsanlage, die Ribat errichteten. Von daher stammt auch der heutige Name Rabat. Nach der Eroberung durch die Sunniten wurde sie zur wichtigsten Stadt ausgebaut. Die Festungsanlagen der Kasbah sind heute noch gut erhalten und auch die Große Moschee mit dem Minarett, dem nie vollendeten Hassan-Turm, sind eine der vielen Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt Marokko. Nach längeren unbedeutenden Jahrhunderten für diese Stadt, kam sie erst wieder im 19. Jahrhundert durch den Niedergang der Rivalin Sale zur Geltung. Beide Städte sind heute zusammengewachsen und bilden die Region Rabat-Sale-Zemmour-Zaer. Dennoch leben in Sale mehr Menschen. Das kommt davon, weil viele der Arbeiter in Sale wohnen.

Rabat gliedert sich in mehrere Stadtteile auf. Im Zentrum ist die Medina, die Altstadt. Sie ist von einer über fünf Kilometer langen Stadtmauer umgeben. Vier Eingangstore führen in das Innere der Kasbah, der inneren Befestigungsanlage der Altstadt. Die Gassen dort sind im Gegensatz zu fast allen anderen Städten in Marokko deutlich breiter gestaltet. Hier liegt die älteste Moschee der Hauptstadt Marokko, die Jama al Atiq aus dem 12. Jahrhundert. Neben den zahlreichen Festungsanlagen ist auch der aus französischer Besatzungszeit angelegte „Andalusische Garten“ zu besichtigen, daneben ist das Museum mit Kunsthandwerk, das Musee des Oudaias.

Anfang des 19. Jahrhunderts wurde neben der Medina die Ville Nouvelle errichtet, die Neustadt von Rabat. Hier sind die Banken und Hotels in prunkvollen Kolonialbauten im Art Deco-Stil untergebracht. Ergänzt wird das Handelszentrum von der Post und dem Bahnhof. Im daneben liegenden Archäologischen Museum wird ein Überblick über die Geschichte Marokkos wiedergeben. Der Königspalast ist genauso sehenswert wie zahlreiche andere Gebäude aus dieser Zeit. Erwähnenswert ist die Kathedrale Saint-Pierre und das Wahrzeichen der Hauptstadt Marokko, der Hassan-Turm, sowie das Mausoleum von Mohammed V. aus weißem Marmor.

Weiter gelangt man zur Chella, der merinidischen Totenstadt aus dem 14. Jahrhundert mit etlichen Grabmälern wichtiger Menschen seiner Zeit.

Weiter außerhalb am Stadtrand befinden sich neue Geschäftsviertel mit der Nationalbibliothek und auch der Universität der Hauptstadt Marokko, der größten des Landes.

19. August 2010 | Geschichte