Handel in Marokko

Marokko hat großes wirtschaftliches Potential. Problematisch ist jedoch die hohe Zahl von Arbeitslosen, die das Land zu verzeichnen hat. Vor allem die Löhne der Landbevölkerung, die einen Großteil der Exportgewinne des Landes garantieren, reichen kaum, um das Überleben sicherzustellen. Noch heute ist Marokko eines der ärmsten Länder in Nordafrika.

Große Teile der Bevölkerung können weder lesen, noch schreiben. Aufgrund der großen Armut des Landes besteht die Hauptnachfrage von Marokko, sprich der Import aus Medikamenten, Fertignahrungsmitteln und Fahrzeugen, die das Land vor allem aus Europa und China bezieht. Trotzdem zeichnen sich einige positive Tendenzen ab, vor allem scheint das Land sich dahingehend weiterzuentwickeln, dass es neben dem Export landwirtschaftlicher Güter nun vermehrt auch auf den Export industrieller Güter oder Erzeugnissen aus der Viehzucht setzt.

Gewürze auf einem Markt in Marokko

Denn Marokko ist ein Land, das primär von der Landwirtschaft geprägt ist. Große Ackerflächen, sowie überaus günstige klimatische Bedingungen machen Marokko zum idealen Standort für den Anbau diverser Feldfrüchte. Vorrangig produzieren die Landwirte in Marokko Trauben, Melonen, Oliven und Kartoffeln, Zuckerrüben, Datteln, aber auch Hülsenfrüchte, wie Erbsen Linsen und Bohnen. Ein Großteil dieser Produktion wird in die europäischen Länder verschifft. Der Verkauf von Agrarprodukten macht einen Großteil der Einnahmen aus dem Export aus.

Neben der Landwirtschaft hat sich auch die Viehzucht in Marokko in den letzten Jahrzehnten stetig weiterentwickelt und wird für das Land neben der Landwirtschaft immer mehr zum wirtschaftlich positiven Faktor. Vor allem hinsichtlich der Infrastruktur hat Marokko in den letzten Jahren sehr deutliche Fortschritte gemacht, was zu einem starken Ausbau der Viehwirtschaft führte.

Neben der Viehzucht ist auch die Fischerei des Landes anzuführen, die mit der bereits angesprochenen Verbesserung der Infrastruktur immer mehr an Bedeutung gewinnt. Die europäischen Länder kaufen viele Fische und Meeresfrüchte aus den Beständen Marokkos, wie zum Beispiel Shrimps, Sardellen, Schalentiere, Muscheln, Makrelen, Sardinen und Thunfische. Hier ist neben den Primärerwerbsquellen im Rahmen des Exports, nämlich dem Verkauf von Agrar- und Viehprodukten ein weiterer potentieller Wachstumsfaktor zu sehen.

Darüber hinaus ist Marokko der führende Produzent von Phosphatgestein. Hier kommt Marokko die Weltmachtstellung auf dem Markt zu, da kein anderes Land auf der Welt über einen solch großen Vorrat verfügt. Hier liegt beim Export ein sehr großes Gewinnpotenzial, da dieser Rohstoff auf dem Weltmarkt sehr stark nachgefragt wird und Marokko diesen Markt bedienen kann.

Obwohl eine positive industrielle Entwicklung zu verzeichnen ist, bleibt die Industrie der Landwirtschaft hinsichtlich der Einnahmemöglichkeiten durch den Export von Waren untergeordnet. In industriellem Rahmen werden vorrangig Schuhe, Wein und Baustoffe verarbeitet und gewinnbringend exportiert. Ein wachsender Zweig ist die Produktion von Kunstwerken, Dekorationsartikeln und orientalischer Möbel, die auf dem jetzigen Markt immer stärker nachgefragt werden.

12. November 2012 | Allgemein