Marokkanische Architektur

In der Vergangenheit wurde Marokkos Architektur maßgeblich von den Mauren geprägt. Dabei griffen diese auf die Grundlagen der andalusischen Baukunst zurück. So kam es, dass sich in der marokkanischen Bauart der religiöse Ursprung sowie die islamische Geschichte des Landes widerspiegeln.

Architektur in Marokko

Traditionelle landestypische Häuser oder Paläste mit integrierten Gärten nennen sich Riads. Ins Deutsche übersetzt bedeutet das „Stadthaus mit Garten“. Heute werden diese vorwiegend als Hotels oder Restaurants genutzt. Marokkanische Riads sind bekannt für ihre gehobenen Ausstattungen. Sie sind geschmackvoll möbliert und häufig sogar luxuriös ausgestattet. Charakteristisch für Riad sind ihre begrünten Innenhöfe. Zu deren weiteren Merkmalen zählen ausgebaute Dachterrassen sowie Pools, die wie Oasen wirken. Auch wurde dieser Architekturstil als Vorlage für Bauten im Ausland verwendet. In Frankreich beispielsweise ist diese Bauweise in vielen Häusern wieder zu erkennen.

Tadelakt, ein antiker marokkanischer Kalkputz, ist ein spezielles Kennzeichen der marokkanischen Architektur. Ehemals wurde er für Saunen verwendet, die so genannten Hammams. Dieser als wasserfest geltende Kalkputz ist durch seine Eigenschaften und Zusammensetzung vor Schimmelbildung geschützt und erfreute sich im Bauwesen großer Beliebtheit. Weitere Sinnbilder marokkanischer Architektur sind die Kasbahs. Diese Burganlagen dienten früher vorwiegend als Wohn- und Regierungssitz der jeweiligen Stadtfürsten oder Stadthalter. Wie in Fes geschehen, wurden Kasbahs auch zu Königspalästen ausgebaut.

Aus der Zeit der Berber stammen Architektureinflüsse, die in Teilen Südmarokkos anzutreffen sind. Während der Ansiedlung errichteten die Nomadenstämme befestigte Ortschaften, die so genannten Ksours. So wie auch die Kasbahs mussten diese Lehmgebäude dem Lauf der Zeit und den Naturgewalten Tribut zollen. Sonne, Wind und – gelegentlich – Regen setzten den Bauwerken stark zu. Da die Besiedlung durch die Berber ihren Anfang vor etwa 4000 Jahren nahm, sind archäologische Funde aus dieser Zeit so gut wie nicht vorhanden. Heute zu besichtigende Kasbahs sind kaum älter als einhundert Jahre. Gegenwärtig sind Architektenteams bemüht, die typischen, aus Lehm und Palmfasern bestehenden Mauern vor dem Verfall zu bewahren. In anderen Gegenden Marokkos ist der so genannte spanisch-mauretanische Baustil anzutreffen. Dieses raue Mauerwerk bietet reich geschmückten Innenräumen einen deutlich besseren Schutz vor Beschädigungen. Drei Hauptornamente sind in der marokkanischen Architektur immer wieder anzutreffen. Dabei handelt es sich um die Arabeske, den Schriftzug mit Koranversen sowie das geometrische Motiv in oktogonaler Form.

27. Juli 2010 | Allgemein